|
„ Buhh, das stinkt ja“ , meinten die Knirpse bei der Besichtigung des Stalls und hielten sich prompt die Nase zu. Die Elki Milchproduktion hatte am 17.08. zum Tag der offenen Tür eingeladen. Zwischen 100 und 200 Besucher kamen, um die Veränderungen auf dem Betriebsgelände anzusehen. Das konnten sie ohne große Einschränkungen. Viele der älteren Besucher hatten zu DDR- Zeiten in der ehemaligen Milchviehanlage gearbeitet. Jetzt waren sie baff über den neuen Look. „Man erkennt das Gelände ja kaum wieder“, sagten die meisten. Schwer vorstellbar, wie es früher ausgesehen hatte. Es wurde ja auch so einiges getan, sowohl im Innen- als auch Außenbereich. Sanierungsarbeiten gab es in Stall und Hof, Strohhalle und Milchhaus, Sozialgebäude, Fahrzeugwaage und Hofeinfahrt. Neu gebaut wurde ein Brunnen, das Dach des alten Stalles wurde saniert. Dort soll in nächster Zukunft eine Photovoltaikanlage errichtet werden. Besonders interessierten sich natürlich alle für die neu errichtete Biogasanlage. Das Thema erhitzt ja derzeit die Gemüter im Amtsbereich Wiesenburg, da das Landgut Reppinichen ebenfalls eine Neue Anlage und zusätzlich Fahrsilo und Gärrestebehälter bauen will. Letztere beiden in Reetz. Man befürchtet eine Vermaisung der Landschaft. Die „Bürgerinitiative für eine nachhaltige Zukunft unserer Dörfer“ kämpft seit geraumer Zeit dagegen an. Die Anlage der Elki Milchproduktion wird jedoch nur mit Abfallprodukten wie Rindergülle, etwas Festmist und Futterresten bestückt, betont Alco Faber ausdrücklich. Kein einziges Maiskorn oder andere Futtermittel werden dort verarbeitet. Das Bestückungsmaterial läuft an einem Punkt zusammen und wird dann mit Pumpen auf die 3 Behälter verteilt. Gesteuert wird die Anlage per Computer. Derzeit wird die gewonnene Energie in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Der Stromversorger kann, ähnlich wie bei Windrädern, die einzuspeisende Menge steuern. Dort will die Elki Milchproduktion im nächsten Schritt ansetzen und prüfen, in wie weit die selbst produzierte Energie auch selbst genutzt werden kann. Anders verhält es sich bei der freigesetzten Wärme, die steht zur freien Verfügung und kann für Heizung, Warmwasser usw. genutzt werden. Für die Energienutzung gibt es gesetzliche Regelungen. Alco Faber und Ton Geurtsen haben eine Prämisse: „Wir sind zwar nicht aus Deutschland, aber man kann nur gut zusammenarbeiten mit Respekt vor den Leuten, der Natur und der Umwelt.“ In Reetz ist der Betrieb eine feste Größe. 21 Angestellte haben hier Arbeit gefunden. Das sind doppelt so viele wie zu Beginn 2004. 1000 Kühe müssen täglich 3 mal gemolken werden, dazu 150 Kälbchen versorgt. Die Milchproduktion steigerte sich von 2 Mio. Litern im Jahr 2004 auf 9,7 Mio Liter 2012. Für dieses Jahr ist eine Steigerung auf 10,3 Mio. Liter geplant. |